Quarz

Quartz: Das Chamäleon unter den Edelsteinen

Wenn Sie tief in eine Kristallkugel schauen werden Sie einen der vielseitigsten und beliebtesten Edelsteine der Erde sehen: den schönen Quarz! Der „Bergkristall“, der in der Antike verwendet wurde um Kristallkugeln und Schalen zu machen, ist heute häufig in Goldschmuck zu finden. Trotz der Popularität von Quarz-Edelsteinen wie Amethyst, Citrin, Ametrin, Rosenquarz, Onyx, Achat, Chrysopras, Rutilquarz und anderer Sorten schätzen viele Schmuckdesigner den Quarz auch wegen seines günstigen Preises.

Im Laufe der Geschichte war der Quarz als Edelstein-Chamäleon oft nur Platzhalter für teurere Edelsteine wie Diamant und Jade. Wegen seiner unglaublichen Vielfältigkeit wird er heute aber selbst auch sehr geschätzt.

Lila- bis violettfarbene Amethyste und gelb- bis orangefarbige Citrine sind Schmucksteine die immer populärer werden. Ametrine verbinden die Attraktivität des Amethyst mit der des Citrins: lila und gelb in einem Edelstein! Verschiedene Variationen des Chalcedon, vom Achat bis zum Chrysopras, erfahren eine wachsende Wertschätzung bei Schmuckdesignern und Händlern. Ungewöhnliche Raritäten wie mit winzigen Kristallfunken besetzte Drusen-Quarze oder der mit glänzenden nadelartigen Einschlüssen versehene Rutilquarz erweitern die kunstvolle Vielfalt der Quarze und ermöglichen die Erstellung von wirklich einzigartigen Schmuckstücken.

Rosenquarz

Ein Quarz in hellem Rosa, egal ob transparent oder transluzent, wird Rosenquarz genannt. Dessen Farbe ist ein sehr zartes, beinahe puderartiges Rosa. Transparente Rosenquarze sind sehr selten und in der Regel so blass, dass sie, außer in großen Größen, nicht sehr viel Farbe zeigen. Transluzente Rosenquarze sind dagegen in großer Zahl verfügbar und werden für Perlen, Cabochons, Schnitzereien und architektonische Zwecke verwendet.

Rauchquarz

Der Rauchquarz ist ein graubrauner transparenter Quarz der gerne für ungewöhnliche Schliffe verwendet wird. Generell ist er aber eher selten erhältlich da die Nachfrage nach braunen Edelsteinen relativ begrenzt ist. Der Rauchquarz wurde früher manchmal als Rauchtopas bezeichnet, dieser Begriff ist aber falsch und irreführend.

Tigerauge

Durch die Einlagerung von Eisen erhält ein als Tigerauge bekannter goldbraun bis goldgelb gestreifter Quarz seine strahlende Farbe. Im Cabochonschliff verarbeitete Tigeraugen zeigen die namensgebende Chatoyance: ein flächenhafter, schimmernder Lichteffekt (auch Katzenaugeneffekt genannt). Die wichtigsten Vorkommen befinden sich in Südafrika, Tigeraugen werden aber auch in Westaustralien, Birma (Myanmar), Indien und Kalifornien gefunden.

Bergkristall

Die transparente, farblose Variante des Quarz ist immer noch als Bergkristall bekannt. Vor langer Zeit glaubte man, dass die Bergkristalle eine kompakte Form von Eis wären. Daher stammt auch ihr Name: Das griechische Wort „krystallos“ bedeutet nämlich „Eis“ oder „gefroren“. Die besten Bergkristalle wirken durch ihre Klarheit und ihren schönen Schimmer auch wie gefrorenes Wasser. Die meisten farblosen Quarze sind aber, obwohl sie relativ häufig gefunden werden, nicht frei von Einschlüssen. Daher werden makellose „Kristallkugeln“ heute schon lange nicht mehr aus Quarz, sondern aus Glas hergestellt. Bergkristalle wurden und werden aber oft in Schmuck verwendet. Viele beeindruckende Art-Deco-Schmuckstücke beinhalten eine Kombination aus weißem Bergkristall und schwarzem Onyx. Farblose Quarzkristalle sind aber auch aufgrund der vielen Legenden über ihre Kräfte sehr beliebt. Viele Menschen glauben daran, dass ihre Gesundheit und ihr geistiges Wohlbefinden vom Tragen von Quarzkristallen profitiert.

Rutil- und Turmnalinquarz

Während die meisten Sorten der transparenten Quarze am wertvollsten sind, wenn sie keine Einschlüsse zeigen, gibt es einige Sorten, die gerade wegen ihnen geschätzt werden! Die beliebteste Sorte mit Einschlüssen nennt sich Rutilquarz. Ein Rutilquarz ist ein transparenter Bergkristall mit innenliegenden Mustern aus goldenen nadelartigen Rutileinschlüssen. Jedes Muster ist anders, und einige sind wirklich atemberaubend schön. Die Einschlüsse werden manchmal auch als Venushaar bezeichnet. Weniger bekannt ist eine Sorte namens Turmalinquarz, die anstelle der goldenen Rutileinschlüsse schwarze oder dunkelgrüne Turmalinkristalle beherbergt.

Chalzedon

Quarze die nicht aus einem einzigen Kristall, sondern aus verschiedenen feinkörnigen Mikrokristallen bestehen, nennt man Chalzedon. Die Vielfalt der kryptokristallinen Chalzedone ist durch ihre unzähligen verschiedenen Muster und Farbvariationen noch größer als die der transparenten Quarze. Achate haben schöne, streifige Zeichnungen. Der Heliotrop hat rote Flecken auf einem hell- bis dunkelgrünen Hintergrund. Moosachate haben ein pflanzenartiges Muster. Der Jaspis wirkt mit seinen wunderschönen Farben und Strukturen oft wie ein Gemälde der Natur. Ein weiterer sehr beliebter Schmuckstein ist der schwarze Onyx: ein Chalzedon-Quarz der seine schwarze Farbe einem alten Färbeverfahren verdankt das noch heute verwendet wird. Karneol, ein weiterer in der Antike sehr geschätzter Chalzedon, hat eine lebendige orangebraune Farbe und klare Transparenz. Er wurde für Siegelringe und Siegel verwendet. Chrysopras, ein lichtdurchlässiger, apfelgrüner Chalzedon ist der wertvollste Chalzedon. Er war ein besonderer Liebling Friedrichs des Großen. Dieser ließ aus Chrysopras unter anderem zahlreichen Wandverkleidungen und Tischplatten für Schloss Sanssouci anfertigen. Heute kommt Chrysopras meist aus Australien. Anders als die meisten anderen grünen Steine verdankt der Chrysopras seine Farbe dem Nickel und nicht Chrom oder Vanadium. Durch seine helle Farbe und die gute Beschaffenheit eignet er sich gut für Perlen, Cabochons, und Schnitzereien.